
26.01.2012 | Crystal verdrängt Canabis
PRESSEMITTEILUNG
Rückfragen:
Annett Wetterau, Leiterin: Telefon 0365 / 527 44
Crystal verdrängt Cannabis
Die Psychosoziale Beratungsstelle für Suchtkranke Gera blickt auf ein turbulentes Jahr zurück. Das geht aus dem aktuellen Jahresbericht hervor. 2011 feierte die Einrichtung ihr 30-jähriges Bestehen, die Stellen von vier Kolleginnen, die sich in den Mutterschaftsurlaub verabschiedet hatten, mussten befristet neu besetzt werden und eine Stelle konnte neu geschaffen werden. Außerdem wurden die Weichen für eine weitere Zusammenarbeit im Landkreis Greiz gestellt und die Verträge mit der Stadt Gera neu festgeschrieben.
Die Beratungsstelle unterstützt Menschen mit Suchtproblemen bei Alkohol, Drogen, Medikamenten, Nikotin, Glücksspiel, Essen oder Medien. Der Fokus liegt in erster Linie auf der Beratung und Behandlung bei Alkoholproblemen, gefolgt von illegalen Drogenkonsum. Während die Zahl der alkoholkranken Menschen in den letzten zwei Jahren geringfügig abgenommen hat, hat die Zahl der Drogenkranken um 4,5 Prozent zugenommen. Klassische Drogen wie Cannabis oder Heroin wurden weniger verwendet. Dafür stieg der Verbrauch von Amphetaminen und ähnlichen Rauschmitteln erheblich an. Das Amphetamin/Metamphetamin Crystal löste erstmals Cannabis als Hauptdroge ab.
40 Prozent der Menschen mit Suchtkrankheiten sind ALG-II-Empfänger. 20 Prozent befinden sich in einem Anstellungsverhältnis. Die meisten Suchtprobleme haben Menschen zwischen 20 und 30 Jahren sowie zwischen 40 und 50 Jahren. Auch wenn die Zahlen im Jugendbereich (13-20 Jahre) im Vergleich zum vergangenen Jahr leicht abgenommen haben sind so noch sehr hoch und bedürfen einer besonderen Beachtung. Die Leiterin der Suchtberatungsstelle Annett Wetterau sagte, hier sei die Gesellschaft gefragt, stärker als bisher auf Kinder und Jugendliche zu achten.
Im vergangenen Jahr wurden 4100 Einzelgespräche geführt und 40 Menschen zu Hause aufgesucht. Ingesamt kamen über 1200 Klientinnen und Klienten in die Beratungsstelle. 90 Suchtkranke wurden in die stationäre Entgiftung vermittelt, ca. 100 in eine stationäre Therapie. Wöchentlich werden elf Gruppengespräche angeboten und weitere vier nach Bedarf.
Weitere Informationen und genaue Zahlen finden Sie im Jahresbericht!


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